Ein großer Tag, an dem fast nichts passierte

Dicke Wolken hängen am Himmel und schicken eine Flut von Regentropfen auf die Erde. Die Mutter und das Kind haben sich nicht das beste Wetter ausgesucht, um im Häuschen am Waldrand Ferien zu machen. Doch nicht nur der graue Tag sorgt für trübe Stimmung. Während die Mutter am Laptop sitzt und arbeitet, verkriecht sich das Kind in einem Computerspiel und vermisst dabei vor allem eins: seinen Vater.

Hinaus in einen Magischen Tag Voller Nichts

Irgendwann wird das Kind vor die Tür geschickt. Heimlich hat es sich sein Computerspiel in die Tasche gesteckt. Doch beim Springen über die Steine am See geht die geliebte Fracht verloren. “Und nun?”, fragt sich das Kind. Es weiß nichts mit sich anzufangen. Da erwacht urplötzlich die Phantasie und der düstere Tag verwandelt sich in ein unvergleichliches Abenteuer, an dessen Ende die Erlösung von der Einsamkeit wartet.

Ein wertvoller Bilderbuchschatz für große und kleine Leser

In Beatrice Alemagnas “Ein großer Tag, an dem fast nichts passierte” vermag man den Regen zu schmecken und die feuchte Erde zu riechen. Man möchte am liebsten gemeinsam mit dem Kind die Finger in den Schlamm graben, um nach Schätzen zu suchen. Die Illustrationen fangen den nasskalten Herbst in all seinen gedämpften Farbtönen wunderbar ein. Nur die orangerote Regenjacke des Kindes leuchtet wie eine lichterlohe Fackel in der Finsternis. Im Kind darf all die Liebe und Lebendigkeit des verlorenen Vaters bleiben. Hier wohnt die Hoffnung, dass trotz aller Trauer inmitten der Herbststürme, ein Neuanfang möglich ist. Mutter und Kind können sich am Ende des Tages in der Stille aufeinander einlassen und fern von jeder (technischen) Ablenkung endlich wieder miteinander kommunizieren – beginnend mit einem langen liebevollen Blick hinweg über eine Tasse dampfenden Kakao.

“Ein großer Tag, an dem fast nichts passierte” rückt uns zurück in unsere Mitte, in dem es uns von allem überflüssigen Schnickschnack befreit. Beatrice Alemagna erinnert uns an die erneuernde Kraft der Natur und das Spüren der eignen Sensitivität. Es ist ein unglaubliches Buch, dem es gelingt, die urgraue Herbstmelancholie durch fröhliche Lebendigkeit zu ersetzen und dem Regen mit einer knallfarbenen Jacke und einem Schmunzeln zu trotzen.


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Informationen zum Kinderbuch:

Ein großer Tag, an dem fast nichts passierte: Fünffarbiges Bilderbuch*
Beatrice Alemagna
Beltz & Gelberg

empfohlenes Lesealter: ab 5 Jahren


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KURZBIO’S

Beatrice Alemagna wurde 1973 in Bologna geboren. Sie liebte als kleines Kind die Figuren von Astrid Lindgren und wusste, dass sie einmal selbst Geschichten für Kinder schreiben und illustrieren würde. Heute lebt, schreibt und zeichnet sie in Paris. Für ihre Bilderbücher wurde sie mehrfach international ausgezeichnet. Hier kannst du Beatrice Alemagna auf ihrer Webseite besuchen.

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2 Replies to “Ein großer Tag, an dem fast nichts passierte

  1. Das erinnert mich an die Söhne meines Mannes als sie klein waren. Wir hatten damals keinen Fernseher und sie beschwerten sich immer wie langweilig es doch bei uns wäre, aber nach einiger Zeit fingen sie dann doch an, miteinander zu spielen. Manchmal kamen sie dann natürlich auch auf “dumme” Ideen … 😉

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