Als Larson das Glück wiederfand

Es war einmal ein alter, ziemlich trübsinniger Mann. Er wohnt in einem großen Haus, das voller Spinnweben hängt, in denen Erinnerungen an längst erwachsene Kinder und an eine Verstorbene, die Mohnblumen liebte, spuken. Larson ist einsam und sein Herz ist bitter. Nicht nur die Pflanzen lassen in dieser Umgebung die Blätter hängen, auch die Katze ist verschwunden, weil sie jene bleierne Atmosphäre, in der die Trostlosigkeit regiert, nicht mehr aushält. Doch eines regnerischen Abends scheucht die Türklingel den alten Larson aus seiner grauen Gedankenwelt…

Eine Leihgabe, in der die Hoffnung keimt

Vor dem Alten steht ein kleiner Junger und der lächelt breit, während im Garten eine Amsel singt. Dann drückt das Kind Larson einen Blumentopf voll mit brauner Erde in die Hände und bittet ihn, sich darum zu kümmern, solange er im Urlaub ist.

Ich kann mich doch nicht mehr um etwas kümmern! Ich werde doch …”

Aber schon ist der Junge im Auto seiner Eltern entschwunden und Larson bleibt mit einer großen Portion Ratlosigkeit zurück. Soll er nun oder soll er nicht?

Verantwortung übernehmen – auf jeder Lebensstufe

Larson ist verdutzt, er ist verärgert, er murrt und schimpft, aber dann trifft er doch endlich eine Entscheidung, in dem er jenen Samen begießt, der im Boden schläft. Und als der Keimling sich aus der Erde streckt, staunt Larson nicht nur über das Wunder im Blumentopf, sondern vor allem darüber, wie er selbst sich immer mehr zu verändern beginnt.

Kraftvolle Zuversicht in poetischen Bildern

Martin Widmark und Emilia Dziubak erzählen in “Als Larson das Glück wiederfand” von der Kraft der Veränderung und vom Mut zum Neubeginn in jedwedem Alter. Hier entpuppt sich eine kleine rote Blume als Zaubermittel, das einem alten Mann, die Staubschicht vom Herzen pustet. Larson ist einer, der mit einem Bein in der Erinnerung steckt und mit dem anderem im Sterben. Erst als er der Pflanze beim Wachsen zusieht, löst sich seine Panzerung und er beginnt, sich um sich selbst und andere zu kümmern.

Lebensmut statt Einsamkeit

“Als Larson das Glück wiederfand” ist eine Geschichte die unsere Gefühlswelt innerhalb der Vorlesezeit komplett durcheinanderwirbelt. Wir erspüren die Sehnsucht im Alleinsein, weinen vor Rührung, wenn Pflanze und Mann sich lichtblickend aufrichten und schließen das Buch am Ende mit einem hoffenden Lächeln, denn wir wissen, das dem Altwerden unglaublich viel Schönes anhaften kann. Während es Marin Widmark bestens versteht, uns die Facetten eines reifen Lebens begreiflich zu machen, sind es vor allem die gefühlsstarken Bilder von Emilia Dziubak, in denen wir uns verlieren möchten. Die Illustratorin schafft es, die Sensibilität des Alters überzeugend einzufangen.


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Informationen zum Kinderbuch:

Als Larson das Glück wiederfand*
Martin Widmark, Emilia Dziubak
arsEdition

empfohlenes Lesealter: ab 5 Jahren


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KURZBIO’S

Martin Widmark wurde 1961 in Sturefors/ Schweden geboren. Er schreibt Kinderbücher und erstellt Unterrichtsmaterialien, einschließlich Arbeiten zur Alphabetisierung von Kindern.

Die 1982 in Polen geborene Emilia Dziubak studierte an der Posener Akademie der Schönen Künste. Seit 2010 arbeitet sie als freie Illustratorin und veröffentlichte ein Jahr später ihr erstes Kinderbuch.

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