Weihnachten mit Heidemarie Brosche

Eltern ist die dreifache Jungsmutter eine erfahrene Ratgeberin auf Augenhöhe – nahbar, freundlich, kompetent. Wer in ihren Büchern für Familien stöbern möchte, der darf sich hier und hier gerne umsehen. Aber Heidemarie Brosche schreibt auch für Kinder. Die Weihnachtszeit läutet die Autorin nun mit zwei stimmungsvollen Büchern ein, die ich euch hier gerne zeigen möchte. Eines davon schließt an die fröhliche Mitmach-Reihe aus dem m-vg Verlag an, das andere hat der Coppenrath Verlag neu aufgelegt. Zum Glück, denn dieses Bilderbuch besitzt jede Menge Charme. Außerdem darf ich fragen, wie feiern Sie eigentlich Weihnachten, Frau Brosche?

Ein ganz besonders Weihnachtsgeschenk

Es weihnachtet im Wald und Schnee bedeckt die Welt. Die Tiere haben es nicht leicht, Futter zu finden. Doch am Rande eines Feldes stöbert das Wildschwein einen goldgelben Schatz auf. Es ist ein Maiskolben, der wunderbar herrlich leuchtet. Eigentlich ist er viel zu schade zum Essen, findet das Schwein. Der Maus allerdings, die sich im Schnee kaum von der Stelle bewegen kann, wäre der Kolben sicher eine große Hilfe. Und so wandert der Mais von Rüssel zu Pfote zu Schnabel bis er am Ende alle Waldtiere vereint.

In „Ein ganz besonderes Weihnachtsgeschenk“ packt Heidemarie Brosche die Weihnachtsbotschaft den Jüngsten in eine humorvolle und sehr herzliche Geschichte. Hier wird Hilfsbereitschaft belohnt. Das Teilen entpuppt sich als Multiplikator. Auch die Illustrationen von Andrea Hebrock sind außergewöhnlich schön. Punktuell gesetzte Glitzerelemente beleben die Bildwelten. Kleine Leser können sich kaum sattsehen, fühlen und betasten den funkelnden Schnee und staunen über eigentlich so etwas Einfaches wie einen Maiskolben, der im Winter seine Kostbarkeit zum Ausdruck bringt.

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Sing mit dem Rentier

Das kleine Rentier träumt vom allerschönsten Weihnachtsbaum. Wo aber soll es solch ein Prachtexemplar finden? Eine abenteuerliche Expedition beginnt, die bis in den tief verschneiten Wald führt. Von Erfolg gekrönt wird diese Suche allerdings erst sein, wenn nicht nur die Waldbewohner, sondern auch der kleine Leser das Rentier unterstützen.

„Sing mit dem Rentier“ fordert zum Mitmachen auf. Bereits im m-vg Verlag erschien von Heidemarie Brosche und Illustratorin Jana Moskito „Kuschel das Känguru“. Auch der weihnachtliche Nachfolger punktet mit witzigen Überraschungsmomenten und einer sehr schwungvollen Handlung.

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Wie man entspannt in die Weihnachtszeit startet und den Heiligabend genießen kann, wollte ich gern von Heidemarie Brosche wissen.

Liebe Frau Brosche, Eltern klagen oft über die Hektik und den Streß in der Vorweihnachtszeit. Haben Sie Tipps, wie man dagegen steuern kann?

“Keinen Geheimtipp, aber folgenden Vorschlag: Eltern sollten sich sehr genau überlegen und dabei sehr ehrlich mit sich selbst sein, ob sie die Vorweihnachtshektik a) wirklich extrem belastend für sich selbst und/oder ihre Kinder oder b) doch ganz cool finden. Wenn a) zutrifft, kann ich nur sagen: Rechtzeitig die Reißleine ziehen und extrem kritisch überprüfen, auf welche Zeitfresser und Hektikverursacher Eltern und/oder Kinder im Grunde genommen verzichten können. Man muss nicht bei jedem Advents- und Vorweihnachtsevent dabei sein, Kinder müssen nicht supertoll gefüllte Adventskalender bekommen, die Wohnung muss nicht in allerschönstem Adventsglanz erstrahlen, der Adventskranz muss nicht jedes Jahr von Hand als Kunstwerk gestaltet werden. Hauptsache, man schafft es möglichst oft, Gemütlichkeit und Geborgenheit auszustrahlen. Man muss tatsächlich nicht alles selbst fertigen, was möglich ist, man darf Fertiges kaufen. Man muss auch nicht alles kaufen, was angeboten wird, man darf eine kleine Auswahl treffen. Advent und Weihnachten sind doch kein Wettbewerb! Ab und zu eine schöne gemeinsame Zeit – das ist für alle Beteiligten, besonders aber für die Kinder, in meinen Augen das Wichtigste.“

Und dann ist er da der Heiligabend. Familien scheitern manchmal am eigenen Erwartungsdruck. Ist weniger tatsächlich mehr?

„In meinen Augen natürlich JA! Welche Erwartung verursacht denn den Druck? Dass die Kinder restlos glücklich und zufrieden sind? Dass das Essen großartig ist? Dass alles pünktlich klappt? Dass eventuell anwesende Gäste der Familie beeindruckt sind? Ich habe mich selber auch oft unter Druck gesetzt – und dabei immer wieder festgestellt, dass ich genau dadurch eine angespannte Stimmung verursacht habe. Auch hier gilt: Prioritäten setzen! Der Gedanke Was ist wirklich wichtig? kann da helfen. Außer man bewirbt sich um den Preis das großartigste Weihnachtsfest aller Zeiten.“

Wie verbringen Sie die Feiertage, Frau Brosche? Gibt es bei Ihnen bestimmte Traditionen? Wie gelingt es Ihnen als dreifache Jungsmutter alle und alles unter einen Hut zu bringen? Ist das nicht zuweilen eine Herausforderung?

„Unsere drei Jungs sind ja längst erwachsen. Trotzdem hatten wir das Glück, dass wir bis jetzt alle gemeinsam, zuletzt manchmal auch mit einer lieben Schwiegertochter, den Weihnachtsabend bei uns verbrachten. Dieses Jahr ist alles anders, es gab 2021 im Abstand von sieben Wochen zwei Enkelkinder. Bis jetzt haben wir das noch nicht durchgeplant, aber es wird sicher eine gute Lösung geben. Auf jeden Fall bemühe ich mich – als nicht besonders leidenschaftliche Hausfrau nach Kräften – jedes Jahr, ein gutes Essen auf den Tisch zu bringen. Mein Mann hat in den letzten Jahren das Kochen fast ganz übernommen, da kann ich mich für den Weihnachtsabend schon mal ins Zeug legen. Und tatsächlich beschenken wir uns alle noch immer und zelebrieren das Auspacken voller Freude. Ansonsten ist es einfach schön, dass wir uns in dieser Zeit endlich mal wieder alle sehen, und zwar in Ruhe. Auf keinen Fall möchte ich den jungen Familien Druck machen. Das habe ich selbst jahrelang erlebt, als die jetzigen jungen Väter kleine Jungs waren: Man will in Ruhe selbst feiern, aber die Großeltern auf beiden Seiten wollen natürlich auch beglückt werden. Mal sehen, wie gut mir die nicht-fordernde Oma-Rolle an Weihnachten gelingt.“

Liebe Frau Brosche, herzlichen Dank für dieses Interview.

2 Replies to “Weihnachten mit Heidemarie Brosche

  1. Frau Brosche schreibt wunderbar! Und die Illustrationen sind wieder absolut goldig! Wie nett, dass sie sich hat interviewen lassen.
    Liebe Grüsse an dich und alle deine Boys zum ersten Advent aus dem schneematschigen Dänemark. Wir haben gestern den Weihnachtsschmuck hervorgeholt und haben ganz viele Lichter überall.

    1. Ja, viel Licht braucht es unbedingt in diesen Tagen. Wir haben gestern auch Sterne und Lichterketten aus den Kisten geholt. Ganz liebe Grüße zu euch

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