Ein Indianer wie du und ich

Boaz liebt die Stille. Er liebt seine Großmutter. Und er liebt Indianer. So sehr, dass er in seiner Phantasie stundenlang mit mutigen Gefährten spielt, Bisonherden und wilde Ponys beobachtet. Da passiert es eines Tages. Ausgerechnet in seine Klasse kommt eine waschechte Indianerin. Sie wird Boaz endlich das schenken können, was er am dringendsten braucht.

Das neue Mädchen, zart wie ein Reh, hat glänzendes rabenschwarzes Haar und wunderschöne schokoladenbraunen Augen, die viel zu oft traurig blicken. Aisha ist ein Indianermädchen. Dessen ist sich Boaz ganz sicher. Sie ist eine Fremde, welche die Worte seines Landes nicht kennt. Das Interesse für die Sioux und die Maya allerdings verbindet die beiden Kinder dort, wo die Sprache nicht zur Verständigung reicht. Aber ihre Freundschaft vermag noch viel mehr.

In federleichter Sprache hat Erna Sassen eine wertvolle Geschichte geschrieben, die das Herz berührt. Boaz ist der Junge, der unter dem Leistungsdruck des Vaters leidet. Dieser gibt sich als arbeitswütiger Geschäftsmann, der Wissen über Glauben stellt, Denken über Fühlen. Die Mutter dagegen sorgt sich um das Zuviel an Phantasie des Kindes, welches Freunde erfinden muss, um die Eltern zu beruhigen. Einzig die Großmutter sticht als Mensch hervor, der das Kind nehmen mag, wie es ist. Doch in der Schule gibt es niemanden, dem sich Boaz annähern möchte. Erst in Aisha, dem Flüchtlingsmädchen, dem im Dorf der Fremdenhass entgegen schlägt, findet der Junge eine Verbündete. Und dieses Bündnis verändert sie beide.

“Ein Indianer wie du und ich” entpuppt sich als sensibler Roman, dem farbreduzierte und doch intensive Bilder einen ausdrucksstarken Rahmen verleihen. Umsponnen von Indianer-Faktenwissen und der Besinnung auf eine menschliche Ursprünglichkeit zeigt sich die Wichtigkeit von Toleranz in einem neusortierten sozialen Gefüge. Auch das Überwinden von Ängsten kommt zur Sprache, hier ein gigantischer Schritt aus der Dunkelheit ins Licht. Es ist ein Buch, das Kinder beim Lesen den Mut schenkt, für ihr Glück zu kämpfen. Absolut großartig erzählt!


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Informationen zum Kinderbuch:

Ein Indianer wie du und ich*
Erna Sassen, Martijn van der Linden
Verlag Freies Geistesleben

empfohlenes Lesealter ab 9 Jahren

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